Strategiekonferenz 2020: Frontex, Pesco und EU-Armee – oder zivile Alternativen zur EU-Aufrüstung?

14. Strategiekonferenz der Kooperation für den Frieden am 28.–29. Februar 2020 in Stuttgart

[Flyer als PDF]

Liebe Friedensfreund*innen,

während für viele Menschen auf der Welt Europa ein Sehnsuchtsort geblieben ist und die Europäische Union gar mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, ist die Krise der EU, vom Papst als „altes Mütterchen“ bezeichnet, offensichtlich. Sie zeigt sich schon lange in der brutalen Flüchtlingsabwehr an den Grenzen. Sie zeigt sich auch in einer Handels- Finanz- und Sozialpolitik, die sich weiter vom Prinzip der Gerechtigkeit entfernt in Richtung Ungleichheit. Das „gemeinsame Haus Europa“, das Anfang der 1990er für alle Länder auf dem Kontinent bezugsfertig war, wird heute aufs Spiel gesetzt.

Die neue EU-Kommission unter Ursula von der Leyen hat zwar, vermutlich auch aufgrund des großen öffentlichen Drucks, ein Klimapaket vorgestellt. Aber wird es damit gelingen, den CO2-Fußabdruck der Europäer*innen zu verringern, während die Wirtschaft weiter wachsen soll?

Weniger öffentliche Beachtung erhält die militärische Aufrüstung der EU. Diese begann mit der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) 1999 und hat 2017 mit der „Ständigen Strukturierten Zusammenarbeit“ (PESCO) Fahrt aufgenommen. Fast alle EU-Staaten verpflichteten sich u.a., regelmäßig ihre Verteidigungsausgaben zu erhöhen, sich an gemeinsamen Rüstungsprojekten zu beteiligen und Soldat*innen als Krisenreaktionskräfte zur Verfügung zu stellen.

Diese gewalttätige EU-Politik wollen wir entlarven und die Strategieentwicklung zu Protest und Widerstand der Friedensbewegung stärken. Wir diskutieren Visionen für ein Europa, das Frieden wagt. Konkret fragen wir nach Ansätzen in der EU für zivile Konfliktbearbeitung, nach dem Beitrag der Rüstungsexport-Kampagnen in Bezug auf die zunehmende multinationale EU-Rüstungszusammenarbeit, nach Vernetzung der Friedensbewegung auf europäischer Ebene zu Friedensbildung, Atomwaffenverbotsvertrag, Atomwaffenfreie Zone Europa, Umweltschäden durch das Militär und militärische Grenzpolitik. Während einer kurzen Mahnwache am Africom protestieren wir gegen das neue NATO-Manöver Defender 2020.

Zur Strategiekonferenz 2020 der Kooperation für den Frieden laden wir Euch herzlich ein!

Silvia Bopp [Pressehütte Mutlangen)
Wiltrud Rösch-Metzler (pax christi, Co-Sprecherin der Kooperation für den Frieden)
Renate Wanie (Werkstatt für Gewaltfreie Aktion, Baden)

i. A. der Kooperation für den Frieden

[Flyer als PDF]

Programm

Freitag, 28. Februar 2020

ab 17.00 Uhr: Anmeldung, Imbiss

18.00 Uhr: Begrüßung

18.15 Uhr: „Märkte, Macht und Muskeln“ - Die Sicherheits- und Friedenspolitik der EU und die Rolle Deutschlands, Thomas Roithner, Wien, Friedensforscher und Journalist, Vortrag und Diskussion

19.00 Uhr: Der Weg Europas zur militärischen Großmacht?

Claudia Haydt, Landesgeschäftsführerin der Linken in Baden-Württemberg und IMI Tübingen, Vortrag und Diskussion

20.30 Uhr Hocketse: Zeit zum Reden, sich austauschen,

Musik von Lebenslaute (angefragt)

 

Samstag, 29. Februar 2020

9.00 Uhr: Visionen für ein Europa, das Frieden wagt

Friedenspolitische Thesen von Reiner Braun und Wiltrud Rösch-Metzler

Podiumsdiskussion mit

Alain Rouy, Bundessekretär von „Le Mouvement de la Paix Movement de la Paix”, Frankreich,

Ulrike Duchrow, Asyl-Arbeitskreis Heidelberg, Flüchtlingsrat Baden-Württemberg,

Charly Braun, Gewerkschaftliche Initiative für aktive Friedenspolitik und Militär- und Rüstungskonversion, Hannover

10.30  Uhr Kaffeepause

11.00 Uhr Worldcafé: Strategieplanung der Friedensbewegung mit den jeweiligen Gastgeber*innen unter Einbeziehung bestehender Kampagnen und Initiativen

1. Wie kann z.B. das Nonviolent Peaceforce-Konzept auf europäischer Ebene umgesetzt werden? Und andere Verfahren aus der zivilen Konfliktbearbeitung? Christine Schweitzer, Bund für Soziale Verteidigung

2. Welchen Beitrag sollten sie leisten / leisten die Rüstungsexport-Kampagnen der Friedensbewegung, z.B. Aktion Aufschrei, in Bezug auf die zunehmende multinationale Rüstungszusammenarbeit in der EU? Eugenia Lüttmann, Rüstungsinformationsbüro

3. Wie könnte die Friedensbewegung auf europäischer Ebene eine Vernetzung der Friedensbildung erreichen? N.N.

4. Ausbau gezielter Lobbyarbeit der Friedensorganisationen auf EU-Ebene, Ben Moore, EPLO, Brüssel

5. Atomwaffenfreie Zone Europa, Regina Hagen, verantwortliche Redakteurin der Quartalszeitschrift "Wissenschaft & Frieden"

6. Was sollte die Friedensbewegung gegen die militärische Grenzpolitik der EU unternehmen? Ulrike Duchrow, Flüchtlingsrat Baden-Württemberg

7. Welche Strategien sind notwendig, um die Folgen der Umweltbelastung durch das Militär in Europa sichtbar zu machen und zu stoppen? Karl-Heinz Peil, Friedens- und Zukunftswerkstatt Franfkurt/M

12.30 Uhr Mittagsimbiss

13.15 Uhr Mahnwache am Africom 

Drohnenkriegsführung,  Rede: Odilo Metzler, pax christi

Nato-Manöver 2020 Defender, Rede: Torsten Schleipp, DFG-VK

Lebenslaute (angefragt)

14.30 Uhr Kaffeepause

15.00 Uhr „Perlen fischen“ Zusammentragen der wichtigsten Strategien aus den Thementischen des World Cafés

15.30 Uhr Fish Bowl: Welche Wünsche und Träume haben wir in Bezug auf Europa? Wichtigste Ergebnisse aus der Tagung

16.15 Uhr Abschied

 

Tagungsadresse

Stuttgart-Hohenheim, Nähe Africom
Wollgrasweg 11 (Gemeindezentrum Padua) 70599 Stuttgart
Tagungstelefon 01 71 / 755 78 26

 

Tagungsbeitrag

40 Euro, Barzahlung bei Anreise (ermäßigt 25 Euro; 10 Euro für Schüler*innen, Studierende und Auszubildende)

 

Übernachtung

Vorschläge für Übernachtungsmöglichkeiten:

Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart–Tagungszentrum Hohenheim –Paracelsusstraße 91, 70599 Stuttgart (nur wenige Meter vom Tagungsraum entfernt)
Rezeption Hohenheim

Tel.:  +49 711 451034 600
Fax: +49 711 451034 898
E-Mail Übernachtung buchen

Evangelische  Tagungsstätte Birkach,  Grüninger Str. 25 70599 Stuttgart (ca. 20 Minuten Fußweg)

Tel: 0711/4580436
Fax: 0711/4580422

E-Mail: hausbirkachatelk-wue.de ()
www.hausbirkach.de

 

Anreise

Bahn: mit U-Bahn ab Stuttgart-Hauptbahnhof U 5,6,12 bis Möhringen Bahnhof, umsteigen in U 3 Richtung Plieningen, an der Endhaltestelle Plieningen aussteigen, wenige Meter rechter Hand liegt das Gemeindezentrum Padua

Auto: von Ulm, Autobahnausfahrt Plieningen, von Karlsuhe und Heilbronn, Autobahnausfahrt Flughafen/Messe/ Plieningen

 

Kontakt und Anmeldung

Verbindliche Anmeldung bis zum 15.02.2020 bei:

Kooperation für den Frieden
Römerstr. 88 · 53111 Bonn
Tel. 02 28.69 29 04 · Fax 02 28.69 29 06
infoatkoop-frieden.de
www.koop-frieden.de

 

Spenden

Stichwort „Kooperation für den Frieden“
Förderverein Frieden e.V.
IBAN DE62 4306 0967 4041 8604 01
BIC GENODEM1GLS
bei der GLS-Bank

[Flyer als PDF]